Obwohl oft das Gegenteil behauptet wird, finde ich die Justage eines RC nicht sehr schwierig. Ok, die Achsen der beiden Hyperboloide müssen am Ende möglichst genau übereinstimmen, aber dank der stabilen Bauweise läßt sich das feinfühlig einstellen, zu 99% sogar am Tage.
Mit einem Laser justiert man zunächst den Okularauszug. Der Reflex auf dem Sekundärspiegel darf sich nicht bewegen, egal ob ich der Auszug rein oder rausfahre, egal ob ich den Laser in der Fassung drehe. Der Sekundärspiegel hat eine Mittenmarkierung, die vom Laserstrahl genau getroffen werden muß.
Gar nicht so einfach, das hinzubekommen. Entweder sind die Arme zu kurz, oder die Augen können nicht so richtig erkennen was vorn am Teleskop passiert, wenn man hinten dreht.
Ich habe deshalb eine Nachführkamera zweckentfremdet. Sie zeigt mir den Reflex auf dem Sekundärspiegel vergrößert auf dem Monitor, so daß ich sicher bin es richtig zu machen.
Als nächstes wird der Haupspiegel verkippt. Ziel: beim Blick durch den Okularauszug soll alles schön symmetrisch erscheinen. Eine Ausnahme ist der große Ring, das Bild des Blendrohrs, das etwas verkippt ist.
Fertig.
Natürlich mußte ich wieder Tage warten, bevor sich mal ein paar Wolkenlücken zeigten. Als ich dann den ersten Stern bei mittlerer Vergößerung sah, war ich doch ziemlich schockiert. Es hatte sich kaum etwas verbessert! Hauptsächlich Astigmatismus. Dabei läßt sich der Stern nicht richtig scharfstellen. Man sieht einen Strich, der dann zu einem Fleck wird und beim weiteren drehen am Okularauszug wieder zum Strich wird, sich aber um 90° verdreht zeigt.